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FF Cottbus to FF Jerewan (Tag 1)

Erster Tag in Jerewan. Im Gegensatz zur ‚normalen‘ Unterbringung bei Gastfamilien, sind bei diesem Austausch alle Mitglieder unseres Vereins in einem Gästehaus untergebracht, weil der Verein Friendship Force Jerewan noch nicht so lange existiert und bisher nur wenige Mitglieder hat. Aber die wenigen Mitglieder setzten alle Hebel in Bewegung, uns so viel wie möglich von ihrem Land, ihren Menschen und ihrer Kultur zu vermitteln. Über Armenien wusste ich bisher nur, dass es eine Zeit lang eine russische Sowjetrepublik war und armenischer Wein sowie der armenische Weinbrand weltbekannt ist. Aber das sollte sich in den nächsten Tagen grundlegend ändern.

Als wir heute nach dem Frühstück in den für uns bereitgestellten Bus einstiegen wurde uns Magarita unsere Dolmetscherin vorgestellt. Magarita begleitete uns jeden Tag von früh bis abends.
Manchmal war es mir direkt unheimlich, was sie alles über die Geschichte und Kultur ihres Landes zu berichten wusste.  

Als erstes fuhren wir zum Genozid-Mahnmal Zizernakaberd und besuchten anschließend das Museum-Institut für den Völkermord an den Armeniern. Der Genozid (1915) und der Konflikt um Bergkarabach (1918 bis 2023) sind prägende geschichtliche Ereignisse der Neuzeit.

Wir hatten Glück mit dem Wetter und sahen das erste Mal den heiligen Berg Ararat.

Nach dem Besuch des Museums sahen wir uns die Staue Mutter Armenien an. Das Denkmal wurde ursprünglich zu Sowjetzeiten für Stalin errichtet. Stalin wurde 1962 vom Sockel genommen und 1967 nahm den Platz die Mutter Armenien ein. Im Sockel befindet sich u.a. das Museum des Verteidigungsministeriums.

Dann ging es herunter in die Stadt und wir liefen entlang der großen Einkaufspassage (unter der Erde) bis zu einem traditionellen Restaurant, wo wir so etwas wie türkische Pizza aßen und Joghurt tranken.


Weiter ging es dann u.a. am Opernhaus vorbei hinüber zur Kaskade von Jerewan bis zum Charles Aznavor Square, an dem vor der Sowjetzeit drei Kirchen in unmittelbarer Nähe zueinander gestanden haben sollen. Eine jüdische Synagoge, eine christliche Kirche und eine Mosche. Diese Gotteshäuser wurden damals abgerissen und heute steht auf diesem Platz u.a. das Moskau Cinema.

Interessant fand ich die Erklärung, warum die Trinkgelegenheiten, welche man öfters in der Stadt findet, nich höher gebaut wurden. Man muss sich um Trinken zu können tief neigen. Symbolisch verneigt man sich so vor den vielen Toten des Genozids an den Armeniern und den gefallenen im 2. Weltkrieg und den Kämpfen um die Region Bergkarabach.

Unser Rundgang endete auf dem Platz der Republik mit seinen Regierungsgebäuden, dem Museumsgebäude und dem Gewerkschafts- und Kommunikationsgebäude. Für mich ein gelungenes architektonisches Ensemble. Besonders bei Nacht.  

Der Abschluss unseres ersten Tages bildete die liebevoll arrangierte Wellcome Party.

Überrascht wurden wir mit einem kleinen Tanzkurs, wo sich unsere Gastgeber bemühten uns ein paar Grundschritte armenischen Tanzens beizubringen.

Anders als bei uns üblich, wird alles auf den Tisch gestellt und jeder nimmt sich von allem ein wenig. Na ja, von allem zu kosten habe ich nicht geschafft.

Der sehr schöne und sehr interessante Tag endete für uns, nachdem wir mit dem Bus wieder in unsere Unterkunft chauffiert wurden.

Vielen Dank, liebe Mitglieder von Friendship Force Jerewan für dieses sehr schöne Erlebnis!

Reiner

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